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Pisa oder Humboldt?

Unsere Antwort: Beide müssen ihre Berechtigung im Bildungswesen haben: Für die wirtschaftliche und kulturelle Fortentwicklung unseres Landes ist ein guter Bildungsschnitt wichtig; damit wir diesen erreichen, muss eine individuelle und freiheitliche Bildung möglich sein. Vor allem weil aufgrund des demografischen Wandels immer weniger Menschen in Zukunft die Verantwortung für unser Land tragen, muss es dem Bildungssystem auf jeden einzelnen ankommen.

In unseren Diskussionen mit Vertretern von Kommunen, Sozialpädagogen und Lehrern werden wir immer wieder gefragt, wie wir uns zu den laufenden Bildungsreformen verhalten.

In jeder Diskussion stehen wir auf der Seite der gehaltvollen Pädagogik: Gemäß der Tradition unseres Bildungsverständnisses möchten wir Schülern Sachverhalte zeigen, sie staunen und verstehen lassen. Nichts davon lässt sich quantitativ messen.

Gleichzeitig würdigen wir die Erfolge der empirischen Bildungsforschung: Lehrerverhalten und Unterrichtsgestaltungen lassen sich hinterfragen, es ist eine Debatte entfacht zur Grundbildung und den Standards, die sich auf Daten berufen kann. Und nicht zu vergessen: Lehrer tauschen sich noch stärker über ihren Unterricht aus und lassen sich von Wahrnehmungen Außenstehender anregen in einem vorher nicht für möglich gehaltenen Ausmaß.

Unsere Antwort ist daher weniger ideologisch als pragmatisch:

Empirische Bildungsforschung kann Anregungen geben für individuelle und freie Bildung. Das erfordert eine Sensibilität für die Sichtweisen der anderen Seite und die Einsicht in die Bedeutung einer freien und auf Eigenständigkeit beruhenden Pädagogik.

Mit Blick auf die konkrete Schule und die konkrete Kommune ist es letztlich ein Scheinwiderspruch: Schulen und Kommunen, aber vor allem Eltern und Öffentlichkeit wollen gleichermaßen Auskunft über die Ergebnisse des Unterrichtens bekommen, wie sie um die Bedeutung der Autonomie der Persönlichkeit wissen.

In Versmold haben wir diese theoretische Einstellung praktisch erprobt – mit Erfolg: Die Presse berichtete mehrfach, lesen Sie selbst!

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