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Jugendhilfe oder Schule?

Eine Zeitlang war es Konsens, dass Probleme der Schule viel besser von Sozialpädagogen aufgefangen und bearbeitet werden können, wenn die Jugendzentren inhaltlich und räumlich von der Schulen entfernt angesiedelt sind. – Letztlich ist ja auch die Schule als eigene Institution in bewusster räumlicher Distanz zur Familie entstanden.

Übersehen wurde bei diesen Überlegungen, dass die Jugendarbeit kompensieren sollte, was in der Schule in die falsche Richtung gelaufen war. Das entlastete die Schulen an einer Stelle, die pädagogisch nicht begründbar war.

Das IfpB ist der Ansicht: Auch Schulen sollten sich als Träger von Erziehung sehen und sozialpädagogische Beratung anbieten; Jugendarbeit sollte sich in die Schule einbringen.

Die Idee des Zentrums greift das auf: Wenn bei der pädagogischen Arbeit Zuständigkeitsgrenzen gezogen und damit Gegensätze aufgebaut werden, wird zugestanden, dass einfache Lösungen nicht möglich sind. Gerade dort, wo Lösungen nicht eindimensional gefunden werden können, ist die Zusammenarbeit verschiedener pädagogischer Partner sinnvoll.

In Versmold geht nun die Verbindung zweier Schulformen an den Start: Real- und Hauptschule zu verbinden, zu integrieren, ist eine schnell entstandene Entscheidung in NRW gewesen. Was politisch schnell geht, ist auf der Ebene der Organisation durchaus mit viel Arbeit und Geduld verbunden. Das IfpB hat die Planungen und Wünsche der Vorbereitungs- und Startphase begleitet und auch hier Sozial- und Schulpädagogik als einander ergänzende Richtungen ins Gespräch gebracht.

Schulzusammenlegungen werden sich erst über die Jahre einspielen, die Vorteile werden erst mit der Zeit als solche erkannt und genutzt werden. Dennoch sehen wir eine Chance in der Vernetzung: für die Pädagogen, die Schüler und das gesamte schulische Umfeld.

Die Artikel zur Schule Versmold finden Sie hier:
» Erst die Lehrer machen den Weg frei
» Sekundarschule zum Anfassen