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Schulkrisen frühzeitig erkennen!

Schulkrise und Schulpädagogik verhalten sich in der Regel zueinander wie die beiden Figuren eines Wetterhäuschens. Ist die Krise unsichtbar und bleibt die innere Balance einer Schulklasse ungestört, lassen sich Lerninhalte besonders gut vermitteln. Bricht jedoch ein unerwartetes Ereignis in den gewohnten Schulalltag ein, zieht es die Aufmerksamkeit der Schüler in so starkem Maße in den Bann, dass der normale Schulbetrieb nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.

Von der alles überschattenden Krise, wie etwa einem Amoklauf, bis zur kleinen Krise, etwa dem schwelenden Klassenkonflikt, werden dann zunächst sozialpädagogische und/oder psychologische Methoden der Nachbetreuung wirksam. Je nach Beruhigung der Lage kommt die Schulpädagogik dann mehr oder minder schnell wieder in ihr Recht. Damit wird Krisenbewältigung allein retrospektiv, in den Kategorien eines Reparaturbetriebes, betrachtet.

Schulpädagogik, wie wir sie verstehen, sollte hingegen prospektiv sein, und das Thema Krise ebenso offen wie offensiv in den Unterricht einbauen. Damit, so sind wir überzeugt, lassen sich nicht nur die erforderlichen Maßnahmen einer nachträglichen Krisenbewältigung minimieren. Es wäre auch die Möglichkeit, die Krise nicht mehr als etwas uns Wesensfremdes, wie vom Himmel Gefallenes zu begreifen, sondern als einen integralen Bestandteil der modernen Risikogesellschaft, mit dem man umzugehen lernen kann.

Während des letzten Irak-Krieges im Jahr 2003 gab es Schulen, die das das Thema im Unterricht behandelten, andere wiederum nicht. Bei den letzteren konnten die Schüler die Ereignisse nicht für sich einordnen. Sie hörten davon in allen Medien, im Unterricht blieb das Thema aber seltsam ausgespart. Die Folge war ein ungutes Bedrohungsgefühl. Wie oben gezeigt, ist eine solcherart „unbehandelte“ Krise jedoch eine denkbar schlechte Basis für die Vermittlung anderer Lerninhalte.

Damit ist „Krise“ ein wichtiges Thema moderner Schulpädagogik. Im Politikunterricht lässt sich etwa die Dynamik aktueller Krisen (etwa Finanzkrise) wie am „offenen Herzen“ veranschaulichen. Im Geschichtsunterricht lassen sich destruktive (Machtübernahme durch die Nazis) wie konstruktive Entwicklungen der Krise (Fall der Mauer) nachzeichnen. Im Deutschunterricht ließe sich der Umgang von Schriftstellern mit ihren Schreibkrisen (Uwe Johnson, Franz Kafka) darstellen. Im Sozialkundeunterricht könnten die Veränderungen von Gesellschaftsstrukturen in Folge einer Krise thematisieren.

Aber auch aktuelle Krisen und Themen an der Schule selbst lassen sich in den Unterricht einbauen. Mobbing ließe sich durch Rollenspiele vorbeugen, indem jeder einmal der Reihe nach die Rolle des Mobbingopfers übernimmt und sich so in seine Gefühlswelt einzufühlen lernt. Und nicht zuletzt sollte das Thema auch einen positiven Impuls vermitteln: dass Krise nicht nur den (partiellen) Zusammenbruch des bisher Gewohnten bedeutet, sondern zugleich auch ein Zeitpunkt ist, an dem neue positive Entwicklungen anheben. Krise also als Chance – auch für die Schulpädagogik!

Hierbei stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

  • Wir zeigen Ihnen in Form von individuellen Workshops, wie Sie das Thema Krise in den eigenen Unterricht einbauen können.
  • Alternativ können wir für Sie individuelle Konzepte entwickeln und in Ihre Schule implementieren.

Sie haben Fragen? Dann rufen Sie uns an unter: 0251-98 79 18 2